Schlagwort: Minimalismus

FREIHEITSLIEBE!

Ein Essay.

Ein Essay? Ja, denn ich nehme mir die Freiheit, diesen Artikel wachsen zu lassen. Schließlich lässt sich so etwas wie die Liebe zur Freiheit nicht mal eben in einen spontanen Beitrag packen, jedenfalls nicht, wenn dieser diesen großen Begriffen einigermaßen gerecht werden soll.

Und dann ist da auch noch die Frage, was denn die Freiheitsliebe überhaupt mit mir und meiner Arbeit, mit meiner Liebe zum Minimalismus und meinem veganen Lebensstil zu tun hat.

Beginnen wir mit dem, was mit Freiheitsliebe scheinbar nichts zu tun hat. Nämlich Zwang und Verzicht. Hier ist zum einen der innere Zwang in Form eines ausgeprägten Dranges zu nennen. Unterdrückt man diesen Drang, entstehen Gefühle von Mangel und Verzicht. Schon der Gedanke an diese Gefühle machen uns starr, eng und angespannt. Es ist eine Frage der Zeit, wann dem Drang nachgegeben wird. Die wenigsten Menschen schaffen es, den Drang dauerhaft zu unterdrücken und dann vielleicht zu vergessen. Eine Befreiung von diesem Drang könnte eine Lösung sein. Und die Liebe zur Freiheit von Zwängen und Drängen wäre hier durchaus ein Weg.

Die andere Art von Zwang und Drang ist der Zwang von außen. In Form von Gesetzen, Geboten und einer versteckten Form des inneren Zwangs, der sich als moralische Instanz mit ankonditionierten Glaubensvorstellungen und frei nach dem Motto „das gehört sich eigentlich gar nicht, aber“ hinterrücks in unser Denken einschleicht. Mit diesen Zwängen kann es schon deshalb schwierig werden, weil die Grenzen zwischen „hausgemachten“ und auferlegten Gesetzen verschwimmen. Und zwar individuell bei jedem anders. Und dann wundert man sich, dass Beziehungen so schwierig sind. Insbesondere weil es hier ja meist die anderen sind, die so schwierig sind.

Aber darüber denke ich später weiter nach. Ich habe mich um ein Mango-Sorbet zu kümmern …

… to be continued …

Leben ohne Bett

Die Entscheidung mein Bett abzuschaffen ist mir wirklich nicht leicht gefallen, aber es war eine der besten Entscheidungen überhaupt. Inzwischen lebe ich einige Monate ohne Bett und finde es fantastisch.

Ich habe einen Raum mehr! Jeden Morgen klappe ich meine große Matratze hoch an die Wand und räume das Bettzeug weg. Das fühlt sich morgens schon sehr aufgeräumt an. Zack ist da ein Freiraum, den wir mit der Familie flexibel nutzen können.

Erst hatte ich überlegt, die große Matratze abzuschaffen und stattdessen Kapok-Klappmatratzen anzuschaffen. Allerdings hat auch das Verständnis meines Mannes Grenzen (insbesondere wenn es um seinen Schlafkomfort geht) und unsere Kleinste hätte sich sicher auch nicht mit einer separaten Schlafinsel abgefunden. So steht nun das große Familienbett tagsüber hochkant an der Wand. Und das klappt wirklich viel besser, als ich dachte.

So wie ich morgens mit einem aufgeräumten Ritual in einen gut strukturierten Tag starte, so beende ich meinen Tag mit dem Ritual „Schlafnest herrichten“. Unsere Schlafwiese sieht jetzt auch viel kuscheliger aus, als früher im Bett. Wir schlafen jetzt mitten im Raum und nicht mehr so dicht an der Wand. Außerdem fühle ich mich durch das Schlafen auf dem Boden sehr gut geerdet. Ich schlafe wirklich sehr, sehr gut.

Leben ohne TV / Fernseher

Ein Leben ohne TV / Fernseher war für mich überhaupt kein Problem. In den letzten Jahren stand hier ein überdimensionales Erbstück, dass regelmäßig das Sandmännchen ausstrahlte. Das beste an diesem Gerät war, dass es schon mit kaputter Fernbedienung zu uns kam. Einige Tasten funktionierten nicht und überhaupt hatte ich keine große Lust, die Programme einzurichten. Also speicherte ich den Kinderkanal auf der Taste 3 ab (weil diese Taste noch funktionierte) und sagte den Kindern, man könne das Gerät einschalten, in dem man die 3 drückt. So wuchsen meine Kinder in den letzten Jahren also in der Annahme auf, es gäbe auf unserem Fernseher nur den Kinderkanal. Und irgendwie war das auch so.

Während das Interesse am Kika-Baumhaus und dem Sandmännchen sank, entwickelte sich bei meinen Kindern der Wunsch nach einem Haustier. Aber Fernsehen und dann auch noch ein Haustier? Die Kinder entschieden, dass der Fernseher weg sollte, um Platz für Meerschweinchen zu schaffen. Ich brauchte rund eine Stunde, um das sperrige TV-Gerät über Ebay-Kleinanzeigen loszuwerden. Tschüss Fernseher! Nächste Woche bauen wir einen Meerschweinchen-Stall.

Leben ohne Kaffee

Vor ungefähr zwei Wochen habe ich mich endgültig von meiner Nespresso Kaffeemaschine getrennt. Noch vor ein paar Jahren war ich ein Kaffee-Junkie und wurde ohne Kaffee überhaupt nicht wach. Um meinen Kaffeekonsum zu reduzieren, habe ich mir die Nespresso Maschine gekauft. So habe ich dann nur morgens eine große Tasse getrunken, gelegentlich noch eine Tasse um die Mittagszeit. Zeitweise gab es aber schon Phasen, in denen ich keinen Kaffee, sondern nur Tee und Wasser getrunken habe. In diesen Zeiten ging es mir viel besser, als mit dem Kaffee. Ich war ausgeglichener und konnte am Abend besser schlafen. Und ich war tagsüber tatsächlich wacher. Also beschloss ich, das geliebte Kaffeetrinken ganz zu lassen. So richtig gelungen ist mir dies aber erst während meines letzten Minimalismusschubes, als mich die Kaffeemaschine in der Küche störte.

Jetzt bin ich frei von Kaffee, fühle mich gesünder, wacher und ausgeglichener und ich habe mehr Platz in der Küche.