Ein später Nachmittag bei den Königen der Kälte

Ein später Nachmittag bei den Königen der Kälte

Kategorie Reiseberichte Datum 18.12.2025 Autor GABI

Zu Besuch im Parque Pingüino Rey

Manchmal sind es nicht die perfekt geplanten Momente, die bleiben.
Sondern die, die sich kurz öffnen – unerwartet, fast beiläufig.


Ich hatte Glück.
Am späten Nachmittag wurde noch ein letzter Slot zur Besichtigung frei. Die Sonne stand schon tiefer, das Licht wurde weicher, der Wind ein wenig ruhiger. Genau die richtige Stimmung für einen Ort, der keine Eile kennt.


Und dann standen sie da.

Diese großen, fast würdevoll wirkenden Königspinguine – und gleichzeitig so wunderbar tollpatschig an Land. Jeder Schritt wirkt ein wenig unbeholfen, fast zögerlich. Als müssten sie sich erst erinnern, wie das hier oben eigentlich funktioniert.


Und doch weiß man:
Im Wasser sind sie das Gegenteil.


Zwischen Ungeschick und Eleganz

Es fasziniert mich jedes Mal aufs Neue, diese Gegensätze zu sehen.
An Land wirken sie langsam, fast ein wenig verloren.
Im Meer hingegen sind sie schnell, wendig, kraftvoll. Taucher aus einer anderen Welt.


Man kann kaum glauben, dass diese Wesen, die hier vorsichtig über den Boden wackeln, stundenlang im offenen Ozean unterwegs sind. Dass sie dort jagen, schlafen, leben. Monate lang. Manchmal Jahre.


Erst zur Fortpflanzung oder zur Mauser kommen sie an Land zurück. Dann brauchen sie Ruhe. Abstand. Schutz.

Und genau das bekommen sie hier.


Ein Ort, der nichts erzwingen will

Der Parque Pingüino Rey fühlt sich nicht an wie eine Attraktion.
Eher wie ein stilles Abkommen zwischen Mensch und Tier.


Wir bleiben auf Abstand.
Wir bewegen uns langsam.
Wir schauen – und halten uns zurück.


Es gibt keine Nähe um jeden Preis. Keine Inszenierung. Keine Jagd nach dem besten Foto. Stattdessen Zeit. Und Respekt.


Ich habe gemerkt, wie schwer es mir fiel, mich wieder loszureißen. Nicht, weil ständig etwas passierte – sondern gerade, weil es so ruhig war. Weil diese Tiere so anders sind. So groß. So präsent. Und gleichzeitig ganz bei sich.


Schutz bedeutet Verantwortung

Dieser Ort zeigt, wie wichtig es ist, Räume zu schaffen, in denen Tiere nicht funktionieren müssen. Sondern einfach sein dürfen. In einer Region, die rau ist, windig, scheinbar lebensfeindlich – und doch genau das Zuhause dieser besonderen Wesen ist.


Der Parque Pingüino Rey steht für Schutz, für Zurückhaltung und für die Erkenntnis, dass echte Begegnung oft dort beginnt, wo wir lernen, nicht einzugreifen.


Ich bin dankbar für diesen späten Nachmittag. Für das Licht. Für die Stille. Und für die Erinnerung daran, dass wir Gäste sind – immer.




PS: Je länger ich reise, desto klarer wird mir: Es sind nicht die spektakulären Momente, die mich verändern. Es sind diese leisen. Die, die bleiben, weil sie nichts von mir wollten – außer Aufmerksamkeit.

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