Ein Wiedersehen, ein Wasserfall und eine Geschichte, die mich zu Tränen brachte

Ein Wiedersehen, ein Wasserfall und eine Geschichte, die mich zu Tränen brachte

Kategorie Reiseberichte Datum 14.08.2026 Autor GABI

Es ist lange still gewesen hier, ich weiß. Danke euch, dass so viele von euch nachgefragt haben, ob es mir gut geht – das berührt mich jedes Mal wieder. Also gleich vorweg: Mir geht es richtig gut. Heute nehme ich euch kurz mit durch die letzten Wochen – zu einigen Stationen kommt bald noch ein eigener, ausführlicher Beitrag und ein Reel, heute soll es erst einmal der große Überblick sein.


Aber zuerst ein kurzes Update von meinem Buch: Seit sechs Monaten schreibe ich nun wirklich daran. Die Zeit davor habe ich gebraucht, um zu sortieren, um zu lernen, wie man überhaupt einen Roman schreibt, wie man Gefühle und Orte in Worte fasst. Inzwischen bin ich schon zu drei Viertel fertig. Ob ich einen Verlag finde, weiß ich noch nicht – aber ich werde berichten.


Ein Wiedersehen mit meiner ältesten Freundin

Und jetzt zu meiner Reise. Ich bin durch die Provinz Misiones immer weiter nach Norden gefahren, um am nördlichsten Flughafen Argentiniens meine älteste Freundin abzuholen. Dorothea und ich kennen uns seit 57 Jahren. 57 Jahre! Wenn ich das ausspreche, merke ich erst, wie alt ich eigentlich schon bin – und wie kostbar es ist, jemanden so lange an seiner Seite zu haben.


Wasser, das die Welt zum Schweigen bringt

Mit ihr bin ich zu den Iguazú-Wasserfällen gefahren, einmal von argentinischer, zwei Tage später von brasilianischer Seite. Die Guaraní, die hier lange vor den ersten Europäern lebten, nannten dieses Naturwunder schlicht „Großes Wasser" und erzählten sich Legenden von einem gestürzten Gott, der in der Gischt weiterlebt. Wenn man vor der Garganta del Diablo steht, dem mächtigsten aller Fälle, verstummt man einfach. Sprachlos. Manche Orte muss man nicht kommentieren, man muss sie fühlen.


Curitiba – geordnetes Chaos

Von dort sind wir weiter nach Curitiba gefahren. Ich, mit Möhre, mittendrin im Feierabendverkehr. Enge Spuren, wild hupende Mofas, scheinbar hemmungsloses Chaos – und trotzdem irgendwie geordnet. Ohne Dorothea, die mich Meter für Meter navigiert hat, hätte ich es ehrlich gesagt nicht geschafft. Die Stadt wurde bereits 1693 von den Portugiesen gegründet, ist heute aber vor allem für etwas anderes bekannt: Sie hat schon 1974 eines der ersten Bus-Rapid-Transit-Systeme der Welt eingeführt, eigene Busspuren, ebenerdiger Einstieg – ein Modell, das seitdem in über 150 Städten weltweit kopiert wurde. Ich war wirklich begeistert. Das sollte sich Deutschland mal als Vorbild nehmen.


Eine Geschichte, die mich zu Tränen brachte

Möhre, Dorothea und ich mussten dann irgendwann zurückfahren. Auf diesem Weg haben wir durch einen Zufall Donauschwaben kennengelernt – Nachkommen von Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Batschka, dem Banat, Slawonien und Syrmien vertrieben wurden und mit Unterstützung der Schweizer Europahilfe eine neue Heimat in Brasilien fanden, nahe Guarapuava im Bundesstaat Paraná. Bis heute pflegen ihre Nachkommen dort ihre Sprache, ihre Kultur und ihr Museum. Ich stand zwischen den alten Fotografien, habe geweint, hatte Gänsehaut – und war überwältigt von der Gastfreundschaft, mit der man uns dort empfangen hat.


Abschied am Flughafen

Das war's dann auch schon mit unserer gemeinsamen Zeit. Kurz darauf stand Dorothea am Flughafen, und ich blieb zurück – wie immer bei einem Abschied ein bisschen wehmütig. Drei intensive, wunderbare Wochen lagen hinter uns.


Wiedersehen in Paraguay

Von dort ging es weiter nach Paraguay, wo Betina und Christian – mit denen ich schon durch Patagonien gefahren bin – schon auf mich gewartet haben. Auch das gehört zum Reisen: Menschen wiedersehen, quatschen, als wäre keine Zeit vergangen. Genau hier sitze ich jetzt und schreibe euch diese Zeilen.


Was ich mit Dorothea noch alles erlebt habe – ein Fußball-Endspiel unter Einheimischen, eine Zugfahrt durch den Regenwald – erzähle ich euch jeweils ganz genau in den nächsten Beiträgen. Bleibt neugierig, ich bin es auch.

Eure Gabi

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Aktueller Standort der Freiheitsliebe-Reise – unterwegs mit dem LKW Möhre auf großer EntdeckungstourIrgendwo zwischen Traum und Abenteuer, auf den Straßen der Freiheit. Mit meinem treuen LKW entdecke ich atemberaubende Landschaften, begegne spannenden Menschen und lasse mich von neuen Kulturen inspirieren. Die Welt ist groß, und jede Reise birgt unzählige Geschichten, die nur darauf warten, erzählt zu werden.

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