Zwischen Entspannung und Aufbruch – Abschied aus dem Süden Patagoniens
Abschied aus dem Torres del Paine
Nach den eindrucksvollen Tagen im Nationalpark Torres del Paine ging es für mich zurück nach Puerto Natales. Einmal durchatmen, Wäsche waschen, Vorräte auffüllen – und Möhre auf die nächste Etappe vorbereiten.
Diesel, Wasser und letzte Besorgungen
Das Tanken ist hier im Süden fast schon ein kleines Fest. Der Liter kostete 1008 chilenische Pesos, umgerechnet etwa 1 Euro – kaum zu glauben, wenn man an die aktuellen Preise in Deutschland denkt. Während zu Hause viele beim Blick auf die Zapfsäule schlucken, steht man hier fast mit einem Lächeln daneben. Das erinnert mich daran, wie relativ Dinge werden, sobald man unterwegs ist.
Neben dem Diesel hieß es auch: Wasser auffüllen, Einkaufen, noch einmal alles durchsehen. Im Park selbst gab es ja keine Infrastruktur, also lieber gut vorbereitet weiterfahren.
Ein paar ruhige Tage am Lago Sofía
Bevor es Richtung Norden weiterging, fuhren wir – Betina, Christian und ich – noch ein paar Tage zum Lago Sofía. Ein traumhafter Platz, ruhig gelegen zwischen sanften Hügeln und den schneebedeckten Anden im Hintergrund.
Hier war endlich Zeit, runterzufahren. Kein Wind, einige Menschen, Stille und ganz viel Natur. Ich saß einfach nur am Ufer, mit einer Tasse Kaffee in der Hand, und habe auf den glatten See geschaut. Solche Momente sind es, die das Reisen ausmachen – dieses Innehalten, bevor es wieder weitergeht.
Planung für die Weiterreise nach Norden
Nun steht die nächste Etappe an – Richtung Norden, weiter durch Patagonien. Doch wie? Es gibt zwei mögliche Wege:
Die „schnellere“ Route über Asphalt, viele Kilometer, teilweise langweilig, mit einigen berüchtigten Schlaglöchern.
Die landschaftlich schönere Strecke über hunderte Kilometer Schotterpiste. Atemberaubend, aber nur bei trockenem Wetter wirklich machbar.
Um die aktuelle Lage zu erfahren, habe ich in einer Reisenden-Gruppe gefragt, wie die Straßen zwischen El Calafate und Bajo Caracoles aussehen. Die Antworten waren klar: Die RN40 sei teils asphaltiert, teils Schotter, mit ordentlichen Schlaglöchern. Die RP41 komplett Schotter, zum Teil matschig und sehr rutschig. Empfehlenswert nur bei mehreren trockenen Tagen hintereinander – „Bei Regen wird’s Schmierseife!“ schrieben gleich mehrere.
Entscheiden? Erst mal das Wetter fragen
Also heißt es: Wetterbericht prüfen, Kaffee trinken, und dann entscheiden. In Patagonien plant man ohnehin nie zu weit voraus – das Wetter hat hier das letzte Wort.
Gedanken über das Reisen
Je länger ich unterwegs bin, desto mehr merke ich, wie wenig man wirklich braucht. Dieses Leben auf Rädern reduziert alles auf das Wesentliche: Wasser, Diesel, Brot, ein bisschen Ruhe. Und genau darin liegt für mich eine große Freiheit.
Ich fühle mich lebendig, weil jeder Tag neu ist. Kein fester Zeitplan, kein Leistungsdruck – nur Entscheidungen, die aus dem Moment heraus entstehen. Manchmal anstrengend, ja. Aber vor allem echt.
Diese Reise hat mir gezeigt, was wirklich zählt: Gesundheit, Dankbarkeit, Bewegung. Ich weiß, dass es nicht selbstverständlich ist, das alles erleben zu dürfen. Es gab Momente, in denen ich krank war oder Möhre einfach nicht wollte. Doch aufgeben war nie eine Option – nur weitergehen, Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer.
Weiter Richtung El Calafate und Carretera Austral
Von Puerto Natales geht es jetzt nach El Calafate – noch immer tief im Herzen Patagoniens – und danach will ich endlich auf die legendäre Carretera Austral in Chile. Diese Straße hat etwas Magisches, weil sie so wild und unberechenbar ist – genau wie das Reisen selbst.
Ich bin gespannt, was mich erwartet. Und ich freue mich, diesen Weg gehen zu dürfen.


Irgendwo zwischen Traum und Abenteuer, auf den Straßen der Freiheit. Mit meinem treuen LKW
entdecke ich atemberaubende Landschaften, begegne spannenden Menschen und lasse mich von
neuen Kulturen inspirieren. Die Welt ist groß, und jede Reise birgt unzählige Geschichten,
die nur darauf warten, erzählt zu werden.