Zwischen Meer, Sonne und Erinnerung – Ein Tag in Punta Arenas

Heute möchte ich mich zuerst bei all den Menschen bedanken, die sich in den letzten Tagen nach meinem Gesundheitszustand erkundigt haben. Es bedeutet mir wirklich viel, zu wissen, dass ihr an mich denkt. In Puerto Natales konnten oder wollten sie mir leider nicht helfen – warum, weiß ich auch nicht genau. Also habe ich mich wieder auf den Weg nach Punta Arenas gemacht, vorbei an den sanften Hügeln und durch die endlose Steppe Patagoniens.
Jetzt stehe ich direkt am Meer, mitten in der Stadt, nur wenige Schritte von der Zahnärztin entfernt, die mich gestern untersucht hat. Zum Glück gab sie Entwarnung: Die Entzündung sitzt nicht im Knochen, sondern nur im Zahnfleisch. Seitdem geht es mir deutlich besser – erstaunlich, was die Psyche ausmacht, wenn die Angst nachlässt und Hoffnung Platz schafft.
Heute zeigte sich das Leben von seiner sonnigen Seite: über 20 Grad und blauer Himmel! Ich nutzte das schöne Wetter, um durch ein charmantes Stadtviertel zum Friedhof zu laufen. Der Cementerio Municipal de Punta Arenas ist mehr als nur ein Ort des Abschieds – er wirkt wie ein stiller Park voller Geschichten. Zwischen Zypressen und alten Alleen stehen prächtige Mausoleen wohlhabender Familien neben schlichten Grabsteinen einfacher Menschen. Viele Ruhestätten sind liebevoll geschmückt – mit Fotos, Blumen, Engeln, kleinen Figuren. Man spürt, wie hier jede Familie ihren eigenen Blick auf Erinnerung und Trauer gefunden hat.
Beim Spazieren über diesen Friedhof wird einem bewusst, wie vergänglich alles ist – und wie wichtig es ist, das Leben wirklich zu leben. Gerade in solchen Momenten bin ich dankbar, diesen Schritt in die Reise gewagt zu haben.
Wenn die Sonne scheint, zieht es alle hier an den Strand. Familien, Kinder, Paare – sie genießen die wenigen warmen Tage, lachen, spielen, atmen den Wind des Südens. Es ist ein Lebensgefühl, das ansteckt.
Morgen geht es wieder zur Zahnärztin; sie wird mir eine Drainage legen, und dann, so hoffe ich, ist bald alles überstanden. Ich bleibe auf jeden Fall hier in Punta Arenas, bis ich wieder ganz gesund bin.

Irgendwo zwischen Traum und Abenteuer, auf den Straßen der Freiheit. Mit meinem treuen LKW
entdecke ich atemberaubende Landschaften, begegne spannenden Menschen und lasse mich von
neuen Kulturen inspirieren. Die Welt ist groß, und jede Reise birgt unzählige Geschichten,
die nur darauf warten, erzählt zu werden.